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Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm...

22072013

Oft schon wurde ich in den letzten Jahren gefragt, wie ich denn zum Triathlon kam, was mich dazu bewegt, etwas so Verrücktes zu machen.

Darum möchte ich Euch heute einen Erlebnisbericht meines Vaters zum Lesen geben, der eine wirklich abenteuerliche Reise gemacht hat.

Vielleicht erklärt das dann meine Leidenschaft zum Triathlon etwas ;-)

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"Mit dem „Ansmann E-Bike“  über 4.500km, durch 7 Länder nach Rumänien und zurück.

 

 

Der Donaudurchbruch in Rumänien oder Bulgarien, sollte das Ziel meiner kleinen Abenteuerreise werden.

Ich hatte mir vorgenommen, die ca. 4.000 bis 5.000 km in  4 – 6 Wochen zu bewältigen.

 

Da ich doch schon über 64 Jahre alt bin und nicht viel trainiert hatte, habe ich mich entschlossen, die Radtour mit einem „E-Bike von Ansmann“ zu bewältigen.

 

Die bange Frage vor dem Start: Finde ich geeignete Unterkünfte? Zeltplätze? Pensionen? Klappt es mit dem Aufladen der Akkus auf der ganzen Strecke? Hält das E-Bike die extreme Belastung aus? Halten meine alten Knochen? usw.

 

Am Freitag den 7.6.13 begann meine Reise.

Die erste Tageetappe führte mich von Assamstadt über Bad Mergentheim auf dem Radweg „Liebliches Taubertal“ bis Rothenburg/Tauber.

Ab Rothenburg durch den Naturpark „Fränkischer Wald“, gleichzeitig Europäische Wasserscheide, ab hier fliest das Wasser Richtung Donau, bzw. Schwarzem Meer, durch das Altmühltal über Ansbach, dann den „Seenweg Altmühl/Rothsee“ bis nach Roth/Eckersmühlen, wo ich bei meiner Tochter Heidi Sessner übernachten konnte.

Länge der ersten Tageetappe 151 km. Bei diesem Tagespensum, sollte es auch die nächsten Wochen bleiben.

 

Ab Roth/Eckersmühlen, fuhr ich auf dem Radweg des „Main/Donau Kanals“ bis Beilngries und dann auf dem “Altmühltal Radweg“ bis Kehlheim/Donau.

Ab Kehlheim den „Donau Radweg“ über Regensburg, Passau, durch das Weltkulturerbe „die Wachau“ bis Wien.

 

Im Reiseführer stand: Bis Wien eine Radtour, ab Budapest nichts für schwache Nerven und ab Belgrad ein Abenteuer, was sich auch bestätigen sollte.

 

Nach Wien ging in die Slowakei durch Pradislava, dann durch Ungarn, Budapest, die Pusta, bevor ich Kroatien erreichte.

 

Kroatien musste ich mit Vorsicht genießen, da die Kriegsspuren mit Serbien noch nicht ganz beseitigt sind und noch versteckte Landmienen verborgen liegen.

 

Weiter ging es durch die Kornkammer Serbiens, durch Novi Sad, sowie die Hauptstadt Belgrad, die serbische Sahara, eine herrliche grasbewachsene Dünenlandschaft.

 

Etwa 130 km nach Belgrad erreichte ich Rumänien.

 

Schon ab der Grenze ein erschreckender Anblick. Während in Serbien riesige Ackerfächen mit Mais, Sonnenblumen, Getreide, Paprika und Bohnen bewirtschaftet wurden, oder riesige Rinderherden, Schafe und Ziegen das Bild prägten und auch große Fortschritte zu erkennen waren, waren in Rumänien die Ackerflächen ungepflegt, vergrast und vermutlich ohne Kunstdünger schlecht bewachsen.

Ganze Dörfer teilweise entvölkert und viele Häuser verfallen, die Landflucht lässt grüßen.

Schrecklich auch die Plattenbauten aus kommunistischer Zeit, die die Städte teilweise prägten.

Herrlich dagegen die Landschaften, die vielen wilden Blumen, die die Wege und die Straßen säumten und herrliche gepflegte Gärten zur Selbstversorgung.

Pferdefuhrwerke prägen noch heute großteils die Landwirtschaft.

 

Nach weiteren etwa 80 km erreichte ich den Donaudurchbruch. Hier schlängelt sich die Donau auf etwa 90 km durch die südlichen Karpaten und zum Abschluss ein riesiger Staudamm, „Das eiserne Tor“, an dem die Donau auf fast 150km zurückgestaut wird.

 

Nach weiteren 150km, beginnt am gegenüber liegenden Donauufer Bulgarien.

Nach 2.300 km und drei heftigen Hundeattacken,

die Gepäcktaschen hatten begonnen sich aufzulösen, die vordere Tasche hatte bereits das zeitliche gesegnet. Die teilweise schlechten Straßen, das Kopfsteinpflaster, die vielen Bordsteinkanten über 1.000 km grobe Schotterwege und viele Naturwege machten den Gepäcktaschen zu schaffen, entscheide ich mich am 26.6.13 die Rückreise anzutreten.

 

Nach 5 Wochen und über 4.500 km durch 7 Länder ( Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien und Rumänien bis zur Bulgarischen Grenze, herrlichen Großstädten wie Regensburg, Passau, Wien/Österreich, Bratislava/Slowakei, Vukovar/Kroatien, Belgrad und Novi Sad/ Serbien und Calafat/Rumänien erreiche ich glücklich die Heimat wieder.

 

Die alten Knochen haben trotz einem Sturz und drei heftigen Hundeattacken in Rumänien gehalten. Das E-Bike lebt ebenfalls noch und hat mich nicht verlassen.

 

Übernachten konnte ich im Zelt oder einfachen Pensionen und Hotels, wo ich ohne Probleme die Akkus aufladen konnte.

 

Ein Ereignis war auch die Übernachtung bei Donauschwaben in Rumänien.

Im Banat, (Serbien/Rumänien) leben heute noch über 300.000 Donauschwaben.

 

Fotografieren war in Rumänien oft peinlich. Ein alter Mann kam zu mir und sagte: „Europa ist nicht gut für uns, guck mal alles kaputt.

 

An den Häusern ist allerdings zu erkennen, dass Rumänien schon bessere Zeiten erlebt hat.

Herrliche stuckverzierte Häuser und Fassaden, mit bunten Kacheln verzierte Häuser.

Herrlich geschnitzte Haustüren und Hoftore und ehemals edel geschmiedete Zäune und Tore.

 

Die Bevölkerung im Donaugebiet (Ungarn , Rumänien) setzt sich aus über 30 Volksgruppen zusammen, die meist friedlich nebeneinander leben. (Serben, Rumänen, Bulgaren, Kroaten, Ungarn, Donauschwaben, Polen, Russen, Bosnier, Slowaken, Zigeuner, vor allen Roma usw.)

 

Sobald ich irgendwo anhielt oder einkaufte, wurde ich angesprochen, wo kommst du her, wo gehst du hin, wollten mir Tipps geben wegen Übernachtungsmöglichkeiten, der Reiserute, oder wollten mir bei Sprachschwierigkeiten helfen usw.

Die Freundlichkeit der Bevölkerung war begeisternd, die Hilfsbereitschaft einmalig, mehrmals wurde ich als Alleinreisender zum Kaffee oder Tee und auch zum Essen eingeladen.

Oder die Menschen kamen einfach und fragten: „Kann ich ihnen helfen.“

 

Ich bin sichtlich erstaunt über das positive Verhalten der Menschen und muss so manches Vorurteil revidieren.

Nicht einen Augenblick fühlte ich mich unsicher oder bedroht.

Nur das Gerücht, über die vielen freilaufende Hunde in Rumänien, muss ich bestätigen.

 

Aber eines ist sicher, ich habe Appetit auf mehr bekommen und werde meine Reise, mit besseren Gepäcktaschen, zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen."

Berthold Jesberger

 

Ihr seht, wenn man liebe Menschen, eine tolle Familie, um sich hat, die einem helfen einen Traum zu leben, dann kann man die verrücktesten Sachen machen, ob Abenteuertour nach Rumänien oder Ironman :-) Anything is possible!

   

© Heidi Sessner 2018