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9. Platz beim Ironman in Lake Tahoe

23092013

Als ob ein Ironman auf 2000m Höhe nicht schon hart genug wäre, gab es für uns heute einen unglaublichen Wetterumbruch.

Doch die Bedingungen sind für alle gleich...

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Vielen lieben Dank an Euch fürs Mitfiebern und Daumen drücken.

Ich bin heute beim Ironman in Lake Tahoe 9. geworden und es war das extremste Rennen, das ich in meinem Leben gemacht habe!!!

Nachts hat es geschneit. Trotzdem wurde das Schwimmen bei Minus 3 Grad Außentemperatur und 15 Grad Wassertemperatur gestartet! Eigentlich unglaublich!

Auf dem Rad habe ich viel angezogen (vom Stirnband über Handschuhe, Beinlinge, Radtrikot, Weste, ...) habe aber trotzdem gottserbärmlich gefroren.

Ich weiß nicht wie die anderen das gemacht haben, aber vor allem in der 1. h auf dem Rad habe ich sehr viel Zeit verloren, da ich nur gezittert habe! Beim Laufen war ich zuerst total ko, habe mich dann aber irgendwie gefangen und bin die 2. Marathonhälfte schneller als die erste gelaufen.

Mit der Platzierung bin ich nicht wirklich glücklich aber unheimlich stolz, dass ich das ganze Rennen über gekämpft habe und mich niemals aufgegeben habe!

Diese Erfahrung kann ich nun auf alle weiteren Lebenslagen beziehen:

Niemals aufgeben, immer nach vorne sehen und die eignen Chancen suchen, auch wenn man keine Perspektive mehr auf ganz vordere Platzierungen hat!

 

Liebe Grüße

Heidi

 

Pressebericht Ironman Lake Tahoe/Kalifornien USA

 

Ironman: Hart, härter, am härtesten?

Heidi Sessner 9. bei Weltprämiere.

 

3,8 km Schwimmen, 180 km Rad fahren und 42,2 km Laufen, das sind die Distanzen bei einem Ironman.

Der Ironman in Lake Tahoe sollte der erste Ironman weltweit sein, der auf einer Höhe zwischen 1900 und 2200 Höhe bei entsprechend dünner Luft ausgetragen wurde. 

Da die Assamstadterin Heidi Sessner im letzten Jahr erstmals ein Höhentraining absolviert hatte und dies vielversprechend lief, entschied sich die Triathletin für dieses spezielle Rennen.

 

Die Landschaft am Lake Tahoe/Kalifornien war atemberaubend. Berge, tolle Seen, Flüsse und sehr viel Wald. Natur pur. In einem Seitentals des Sees, dem berühmten Squaw Valley, fanden 1960 die Olympischen Winterspiele statt.

Dort befanden sich auch die 2. Wechselzone und der Zieleinlauf des Ironman.

Eine ganz spezielle Atmosphäre herrschte hier, die sehr motivierend auf die Athleten wirkte.

Waren die Tage vor dem Rennen sonnig und warm, so deutete sich schon im Vorfeld an, dass es gerade zum Wettkampfwochenende hin einen enormen Kälteeinbruch geben sollte.

Die World Triathlon Cooperation (WTC), der Organisator von Ironman teilte den Athleten bei der Wettkampfbesprechung 2 Tage vor dem Rennen mit, dass obwohl Temperaturen im Minusbereich gemeldet waren, das Schwimmen stattfinden wird.

Eine extreme Herausforderung, der sich aber Heidi Sessner auf jeden Fall stellen wollte.

Zu lange hatte sie sich für das Rennen vorbereitet.

Von 2700 gemeldeten Athleten, gingen 565 Athleten aber überhaupt nicht an den Start!

In der Nacht hatte es geschneit, so dass sich die Athleten am Morgen auf dem Weg zum Schwimmstart nicht sicher sein konnten, ob überhaupt die gesamte Radstrecke, die auch über 2 Pässe führte, frei von Schnee sein würde.

Doch angeblich waren laut WTC die Straßen frei und somit ein Ironman machbar!

Gestartet wurde das Rennen um 6:30.

Noch im Halbdunkeln, bevor die Sonne überhaupt aufgegangen ist, bei -3°C Außentemperatur und 15°C Wassertemperatur ging der Startschuss los.

Die wohl kälteste Temperatur, bei der jemals ein Ironman gestartet wurde!

Über dem See lag Dampf und Nebel, eine wirklich mystische Stimmung, die den Athleten aber kaum Sicht auf die Bojen lies.

Fast orientierungslos schwammen die Athleten daher teilweise im riesigen und kalten Lake Tahoe.

Heidi meisterte diese Bedingungen prima und konnte bereits als 4. Frau auf das Rad steigen. Eine sehr gute Ausgangssituation.

Da im Triathlon die Zeit auch nicht im Wechsel angehalten wird, absolvieren die Triathleten normalerweise den gesamten Wettkampf in einem Anzug, den sie sowohl beim Schwimmen, als auch auf dem Rad und beim Laufen an haben.

Da es aber so extrem kalt war, zog Heidi alle nassen Kleidungsstücke aus und zog sich vollständig neu an.

Handschuhe, Stirnband, Radtrikot, Weste,...

Als die Assamstadterin ihr Fahrrad vom Radständer nahm, war der Sattel durch die hohe Luftfeuchtigkeit gefroren! Mittlerweile war die Temperatur auf -5°C gesunken.

Teilweise waren auch die Straßen noch naß, sodass zumindest am Anfang etwas Vorsicht gefragt war.

Heidi blieb keine Zeit für Fragen und ging auf die 180 km lange Radstrecke, die mit 2,5 Runden und insgesamt 4 Pässen a 4 km sowie 2200 Höhnmetern eine weitere Herausforderung war.

In den ersten 3 Stunden stieg die Außentemperatur nur auf 2°C an und

obwohl sich Heidi Sessner viele Kleiderschichten angezogen hatte, wurde ihr nicht warm. Sie kämpfte und redete sich gut zu, dass es jetzt ja nur noch wärmer werden kann, doch vor allem in der ersten Stunde verlor sie wertvolle Zeit auf die ersten Frauen, da sie ihr Zittern nicht in den Griff bekam.

Dann endlich kam die Sonne heraus und die warmen Strahlen halfen auch Heidi einen besseren Rhythmus zu finden.

Ein Teil der Radstrecke führte durch ein geschlossenes Wohngebiet, das die Athleten zuvor nicht besichtigen konnten. Genau dieser Streckenabschnitt war extrem steil.

Als Heidi bereits die 2. Runde absolvierte musste sie mit ansehen, wie viele Altersklassenathleten den Berg mit ihrem Rad in deren erster Runde hochschoben, da der Anstieg einfach zu lange zu steil war!

In 20 Jahren Triathlon hatte die Assamstadterin so etwas noch nicht gesehen!

Insgesamt stiegen 267 Athleten auf der Radstrecke aus oder wurden aufgrund von Zeitüberschreitung disqualifiziert.

Der Wechsel zum abschließenden Marathon fand im berühmten olympischen Squaw Valley statt.

Steif vor Kälte und etwas kurzatmiger als sonst lief Heidi los.

42,2 km, eine weitere mentale Herausforderung lag noch vor ihr.

Obwohl die ersten 15 km sehr zäh liefen, blieb sie fokussiert und motiviert und gab den Glauben an sich und ihr Ziel niemals auf.

Dies sollte sich noch auszahlen.

Der zweite Teil des Marathons lief deutlich besser und so konnte Heidi bei ihrem insgesamt 22. Ironman die 2. Marathonhälfte 15 min schneller absolvieren als die Erste.

Die extremen Bedingungen setzten den Triathleten aber enorm zu, so dass weitere 182 Athleten den Ironman auf der Laufstrecke aufgeben mussten.

Heidi konnte noch 2 Plätze gutmachen und lief am Ende als 9. Frau gesamt ins Ziel ein.

Im Vorfeld hatte sie natürlich auf eine bessere Platzierung gehofft, war am Ende aber überglücklich, sich nicht aufgegeben zu haben und den widrigen Umständen getrotzt zu haben

„In diesem Ironman habe ich vielleicht mehr über mich und mein Leben gelernt, als in allen Rennen zuvor. Oftmals kommen wir in Situationen, die ausweglos oder unlösbar erscheinen. Das Wichtigste, das habe ich heute nochmals deutlich erfahren, ist niemals aufzugeben! “, so eine zufriedene Heidi im Ziel.

© Heidi Sessner 2018