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Mein offizieller Abschied vom Profisport

15122014

Ich bin überwältigt, glücklich und dankbar für die Resonanz auf meinen Vortrag im Assamstadter Gemeindezentrum, wo ich vor rund 200 Zuhörern auf mein Leben als Sportlerin zurückblicken konnte.

Anbei ein Link zum Pressebericht der Fränkischen Nachrichten:

http://www.fnweb.de/region/main-tauber/boxberg-assamstadt-ahorn/die-welt-funfmal-mit-dem-rad-umfahren-1.2020469

Ich werde mich die nächsten Tage noch etwas ausführlicher melden :-)

Liebe Grüße

Eure Heidi

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Bericht der Fränkischen Nachrichten:

ABSCHIED: Die Athletin Heidi Sessner sagte Wegbegleitern und Freunden als Leistungssportlerin im Gemeindezentrum ade und blickte auf ihre Karriere zurück

Die Welt fünfmal mit dem Rad umfahren

Von unserer Mitarbeiterin Alexandra Müller

Einen Einblick in die Höhen und Tiefen ihres Lebens als Profisportlerin gab Heidi Sessner am Samstagabend. Zum Ende des Jahres beendet sie ihre Leichtathletik- und Triathlonkarriere.

 

ASSAMSTADT. Sie strahlt eine unglaubliche Vitalität aus, doch wen verwundert´s, bei solch einer Power: "Wenn ich mein Training zusammenfasse, dann habe ich fünf Mal die Welt mit dem Rad umfahren, dazu zwei Mal zu Fuß und bin bis nach Mexiko geschwommen." Die Profi-Sportlerin Heidi Sessner beendet zum Jahresende ihre fast 30-jährige Leichtathletik- und Triathlonkarriere. Aus diesem Grund lud sie am Samstagabend in das Assamstadter Gemeindezentrum ein zu einer "Reise zu den Höhepunkten ihrer Laufbahn".

Die heute 37-Jährige machte an diesem Abend deutlich: "Es lohnt sich Träume zu haben und dafür zu kämpfen". Ihr Lebensmotto: "Don´t dream your life, live your dream -träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum." Ein großer Traum von ihr war der Sieg beim Ironman: "In Regensburg ging für mich 2012 dieser großer Traum in Erfüllung."

In ihrer Profikarriere trat sie weltweit auf den Startfeldern an. Dabei blieb sie jedoch ihrem Heimatverein, dem TSV Assamstadt, immer treu.

 

DIE ZUKUNFTSPLÄNE DER HEIDI SESSNER

"Ein Umdenken ist erfolgt. Für mich persönlich ist Sport nicht mehr alles im Leben", sagt Heidi Sessner, die bereits seit mehreren Jahren in Roth bei Nürnberg wohnt. Doch mit dem Beenden ihrer Profi-Karriere hängt die ursprünglich gelernte Erzieherin den Sport nicht an den Nagel. Sie hat klare Vorstellungen für ihre Zukunft, die sie auf verschiedenen Säulen unterteilt sieht.

Eine Säule ist die Ernährungsberatung. Per Fernstudium macht sie eine Ausbildung zur staatlich geprüften Ernährungsberaterin. Künftig kann sie Ernährungscoachings anbieten.

Mit ihrer zweiten Säule ist Heidi Sessner als Trainerin bei Trainingslagern auf Mallorca und Lanzarote aktiv. Außerdem steht sie bereit als Personaltrainer oder für Vorträge, zum Beispiel zum Thema Motivation. Und sie wird im Rahmen von "Klasse 2000" in Schulen unterwegs sein, ein Unterrichtsprogramm zur Gesundheitsförderung und Sucht- und Gewaltvorbeugung.

Jede Menge Vorhaben - jedoch kann ein von heidi Sessner ausgesprochener Wunsch das geplante Zeitraster etwas durcheinanderwirbeln: Eine Familie.

 

Solch eine "Vorzeige-Lady" lässt freilich auch einen Bürgermeister mit geschwellter Brust auf die Bühne treten. Mit Blick auf die mehr als 200 Gäste erklärte Bürgermeister Joachim Döffinger mit Nachdruck: "Schau Heidi, deine Fangemeinde ist groß. Wir Assamstadter sind wirklich stolz auf dich."

In dieselbe Kerbe schlug auch der Vorsitzende des TSV Assamstadt, Jochen Hügel: "Du warst bisher die erste und einzige Profi-Sportlerin des TSV und hast den Namen in die große Welt hinausgetragen. Du bist eine sympathische Botschafterin und bist nach wie vor eine von uns, ein Schlackohr."

Welche außergewöhnlichen Leistungen Heidi Sessner erzielte, verdeutlichte Matthias Götzelmann: "Heidi wurde in eine Männerwelt geschmissen. Du fandest ja bei den Frauen keine Konkurrenz. Wir Männer hängten uns in deinen Windschatten. Da war ich auch dabei", gab er schmunzelnd zu. Er sei gleich in mehreren Funktionen hier: Für den Badischen Sportbund, für die Badische Sportjugend, für den Sportkreis Tauberbischofsheim, für die Sport-Stadt Lauda-Königshofen und nicht zuletzt als Sportler und Freund der Familie. Sehr zum Vergnügen des Publikums war seine Rede gespickt mit Neckereien, wobei er sich auch an den Bürgermeister richtete: "Ihr redet ja hier immer gerne vom Ass im Ärmel Frankens. Doch ein Trumpf-Ass geht jetzt verloren." Ein Trostpflästerchen brachte er aber gleich mit im Hinblick auf die geplante Laufbahn Sessners als Ernährungsberaterin: "Ich kann mir schon vorstellen, dass hier bald ein gertenschlanker Bürgermeister daher laufen wird."

Heidi Sessner lebte ihren Traum: 1997 schaffte sie den Durchbruch als Junioren-Europameisterin. Ihre größten Erfolge: Neun Mal Deutsche Meisterin, zwei Mal Europameisterin, Vize-Europameisterin, Weltmeisterin mit der Mannschaft, neun Mal Top 5 bei Ironman Rennen, vier Mal Top 5 bei 70.3 Half Ironman Rennen und drei Mal Ironman Hawaii als Profi, "der Mythos Ironman Hawaii, die Mutter aller Triathlons, es ist schwierig, überhaupt qualifiziert zu sein", unterstrich die Profi-Sportlerin. Der Höhepunkt ihrer Karriere: Ironman Siegerin 2012 in Regensburg.

Doch der Weg dorthin war kein Zuckerschlecken - in ihrer Laufbahn gab es Verletzungen, die sie zurück warfen und Misserfolge: "Ich begegnete Leuten, die erst sagten, du bist unsere neue Hoffnung, die haben mich dann plötzlich gar nicht mehr gekannt." Sie erkannte, dass die Langdistanz ihre Stärke ist. Und wo hat es eine größere Langdistanz als beim Ironman: 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren, 42 Kilometer Laufen. Einem Durchschnittsmenschen reicht schon allein der Gedanke daran zum Zusammenbruch.

"Auch wenn man den größten Willen hat, so ein Tag ist lang", räumte Sessner ein. Dazu gab sie einen Einblick zum Start im offenen Gewässer: "Da sind über 2000 Athleten, über 4000 Arme und Beine. Wenn das losgeht, ist das wie in einer Waschmaschine. Wenn man da auf der Stelle bleibt, wird man überschwommen." Ganz klar: Ohne einen starken Kampfgeist, den eine Heidi Sessner innehat, funktioniert hier nichts. "Wenn man etwas Außergewöhnliches erreichen will, muss man eben die Komfortzone verlassen. Das gilt auch für Euch", appellierte sie. "Wenn man sie öfters durchbrochen hat, wird's auch leichter. Das soll Euch Hoffnung geben", gab sie ihrem Publikum gleich mit. Die Leistungssportlerin gab jedoch auch zu: "Alleine hätte ich den Sport niemals so lange gemacht." Von Freunden habe sie Rückhalt und Kraft bekommen, von ihren Sponsoren und vor allem von ihrer Familie. Viele Jahre war ihr Vater Berthold Jesberger ihr Trainer, seit 2004 ihr heutiger Ehemann Jürgen Sessner. Der Dank an ihre Wegbegleiter und Unterstützer nahm eine elementare Stellung an diesem Abend ein.

Und diesen Dank bekam sie in lautstarker Form zurück: Zum Abschluss erhoben sich ihre Gäste, klatschten, stampften so laut es nur ging und ließen sich danach nicht nehmen, "ihre Heidi" kräftig zu drücken.

© Fränkische Nachrichten, Montag, 15.12.2014

© Heidi Sessner 2018