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Ironman Los Cabos/Mexico

28032013

 

Es ist 3 Uhr Nachts.

Ich bin wieder zuhause, nach 9 Wochen Vorbereitung und Wettkampfreise und kann wegen dem Jetlag nicht schlafen. Ich bin unruhig und aufgewühlt, finde einfach keine Ruhe. So viele Gedanken schwirren mir durch den Kopf.

Ich habe nicht gefinisht, war jetzt alles umsonst?

 

 

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Ich hatte eine wirklich großartige Vorbereitung. Im Club La Santa auf Lanzarote verbrachte ich quasi das ganze Frühjahr, war dort 3x2 Wochen als Trainerin in unseren Corpus Trainingscamps mit dabei, konnte meinen Plan aber zu 98% erfüllen. Besser geht es fast nicht.

Es war spannend und enorm kurzweilig mit so vielen Sportlern zu trainieren, ich hatte von allen Seite eine unglaubliche Unterstützung und es hat unheimlich Spaß gemacht zu sehen, wie die Form immer besser wurde.

Ja, von vielen Seiten wurde mir versichert, dass man mich noch nie so fit gesehen hätte. Umso härter ist es dann natürlich, wenn im Wettkampf nichts rauskommt...

Nach 8 Wochen konzentrierter und intensiver Vorbereitung flogen Jürgen und ich dann direkt von Lanzarote nach Mexiko. Wir wollten zu viele Klimaumschwünge vermeiden und ich bin das komplette Frühjahr gesund geblieben! Die halbe Miete!!!

 

 In Los Cabos hatten wir uns ein Appartment gemietet, wo wir gemeinsam mit Timo + Betty Bracht die Vorwettkampfwoche verbrachten.

Timo ist ein Weltklasseathlet, der mit Los Cabos nun 8 Ironmanrennen gewonnen hat. Er versteht es auf den Punkt fit zu sein und es war genial mit ihm und Betty die letzten Vorbereitungen zu treffen.

Jürgen fand für uns sogar noch einen 25m Pool (was eine echte Herausforderung war!), indem wir unsere finalen Schwimmeinheiten absolvieren konnten, denn auf das Schwimmen im Meer war ich nicht so wild, da die Wale, die wir jeden Morgen gesehen haben, mir schon erheblichen Respekt eingeflößt haben, Pflanzenfresser hin oder her ;-)

Als ich dann 2x200 m mit Neo im Pool in 2:31 min geschwommen bin wusste ich, dass ich breit bin :-)

 Der Bänderanriss an der Hand war überstanden, alles ist gerade noch einmal rechzeitig abgeheilt!

 

Der Wettkampf:

Und dann war es so weit.

Ein wirklich starkes Starterfeld mit vielen Top Athletinnen und insgesamt 8 Ironman Siegerinnen (ein davon war ich :-)) stand an der Startlinie.

Das Schwimmen im Pazifik lief für mich fantastisch.

Da die Wassertemperatur nur 21 °C betrug, waren Neoprenanzüge erlaubt. Ich erwischte die erste Verfolgergruppe und konnte mit nur 1:30 min Rückstand auf die Führende und Topschwimmerin Michelle Vesterby, die mir in Cozumel beim Ironman im November noch 11 min im Wasser gegeben hatte, aus den Fluten steigen.

Eine perfekte Ausgangsposition also!

Auf dem Rad brauchte ich einige Minuten, um einen guten Rhythmus zu finden, konnte dann aber weitere Athletinnen überholen (wieder einige IM Siegerinnen :-)) Die Radstrecke die aus 2 Runden a 90 km bestand, war sehr selektiv (1900 HM!), doch da ich ja in anspruchsvollem Gelände meine Vorbereitung gemacht hatte, war dies nur gut für mich!

Das Feld war extrem eng beieinander, alles war möglich. Da immer wieder Wendepunkte im Radkurs waren konnte ich auch sehen, wie sich das Rennen entwickelt.

Der erste Wendepunkt war nach ca. 30 km. Ich war ganz euphorisch, wie nah ich and er Spitze war und habe die 2. Stunde das Tempo deutlich erhöht.

Im Nachhinein zu sehr, doch im Rennen hatte ich nicht das Gefühl, dass ich zu hart fahren würde.

Doch die Quittung dafür kam nach 120 km.: Da bekam ich plötzlich brutale Krämpfe in den Aduktoren und konnte kaum mehr weiter treten. Ein Schock!

Warum kamen die jetzt? Ich hatte mich vorbildlich versorgt, mich gut gefühlt, ich konnte das nicht nachvollziehen. Doch es half ja alles nichts. Ich musste das Tempo etwas zurücknehmen, aß und trank noch zusätzlich etwas und Gott sei dank gab sich das dann wieder, dennoch blieb ich etwas vorsichtiger.

Die 2. Radrunde war deutlich härter. Die Hitze nahm immer weiter zu.

Genau solche Bedingungen liebe ich sonst immer: Hitze und "rolling hills", doch diesmal habe ich es kaum ausgehalten! Mir war so heiß!

Beim Laufen mussten wir 3 Runden a 14 km durch die Innenstadt von Los Cabos zurücklegen. Die ersten Meter waren wie immer recht wacklig und eckig, doch schon den ersten Kilometer lief ich in 4:18 min/km an.

Na wer sagt's denn, auch wenn es sich nicht so gut anfühlt, es geht!

Ich war zuversichtlich, denn die Abstände nach vorne waren immer noch gering. Auch die anderen hatten in der 2. Radhälfte zu kämpfen.

So lief ich also meine Pace weiter, verpflegte mich wie vorher ausgerechnet und kühlte mich mit kaltem Wasser wo es nur ging.

Doch mir wurde total übel, ich bekam fast nicht genug Luft und bei km 30 auf der Laufstrecke musste ich stehenbleiben.

Ich verstand die Welt nicht mehr.

Das Lauftraining war so vielversprechend. Ich bin 30 km Koppelläufe auf Lanzarote in 4.33 min/km gelaufen und nun ging nichts mehr? Ich wollte nicht ohne weiteres aufgeben, doch obwohl es weit über 30 Grad hatte, habe ich zu frieren angefangen, meine Atmung hat sich nicht mehr beruhigt und ich konnte wirklich nicht weiterlaufen. Ich bin an meine Grenzen gestoßen.

 

Es ist schwer, all das in Worte zu fassen, was mir im Kopf herumschwirrt.

Als Profi wird man an Ergebnissen gemessen Ich fühle mich, wie ein Versager.

So gern hätte ich auch allen, die mich so unterstützt haben mit einer guten Leistung etwas zurückgegeben, allen voran Jürgen, der sich so viele Gedanken um mich und mein Training macht, ebenso wie meinen Sponsoren.

Aber so ist es im Sport und im Leben eben. Ich muss diese Niederlage jetzt verdauen und dann neue Ziele setzten.

Die Vorbereitung war ja gut, und es geht immer weiter. Irgendwie!

 

Vielen Dank fürs Mitfiebern und Eure vielen lieben Nachrichten.

Ich habe mich sehr darüber gefreut!

Eure Heidi

 

 

© Heidi Sessner 2018